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Mit der Einführung der Ansichtskarte im letzten Drittel des 19-Jahrhunderts wurde eine völlig neue Art der Kommunikation geschaffen. Man muss bedenken, daß die Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte und es natürlich noch kein Fernsehen gab. Es gab zwar schon Möglichkeiten aktuelle Ereignisse im Bild festzuhalten, doch es gab kaum Mittel diese Bilddokumente zu kommunizieren. Viele politische oder gesellschaftliche Ereignisse wurden somit oft zum Motiv einer Bildpostkarte und man konnte Freunden und Bekannten darüber berichten; die Schlagworte und Symbole der Karten erzählten viel über Meinungen, Einstellungen und politische Ansichten. Diese Kartenmotive liessen somit Einblicke in die wandelte Alltagsgeschichte zu.  

Neben diesen “wahren Zeitdokumenten” kamen natürlich die Grußkarten mit Sehenswürdigkeiten von nah und fern und die unzähligen Themenkarten. Diese Karten drückten in Bildern vieles aus was der Absender oft durch geringe Bildung nicht mitteilen konnte. Entgegen dem Brief war er “gezwungen”, kurze Mitteilungen zu machen, oder er konnte das Bild oder der Spruch auf der Karte für sich sprechen lassen. Kein Wunder also, daß die Bildpostkarten schon kurz nach Ihrer Einführung einen enormen Aufschwung nahmen.

Im Folgenden geben wir einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Sammelgebiets: 

1865




 

Der geheime Postrat Heinrich v. Stephan (1831-1897) veröffentlichte seine Idee, Postkarten ohne Umschlag zu verschicken. Dieser Vorschlag wurde aber von der preusischen Postverwaltung, nicht aufgenommen. Man war der Auffassung, das es nicht schicklich sei, wenn unbeteiligte Personen die Mitteilungen anderer lesen konnten.
 

1869



 

Am 22. September 1869 führte Österreich die erste “Correspondezkarte”, (eine offene Postkarte ohne Bildaufdruck) ein. Heute ist es kaum noch zu verstehen, daß damals die Einführung der Postkarte auf heftige Proteste aus der Bevölkerung gegen diese “offenversandten Mitteilungen” stieß.
 

1870

 

 

 

 

 

 

 

 

Heinrich v. Stephan wurde zum Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes ernannt. Mit Wirkung vom 1. Juli 1870 führte er die Postverwaltung des Norddeutschen Bundes gleichzeitig mit Bayern, Württemberg und Baden - seine ebenfalls unter der Bezeichnung “Korrespondenzkarte” ein.

Schon am 16. Juli bedruckte der Hofbuchhändler August Schwarz eine solche Karte mit dem Bild eines Kanoniers und schickte sie zu seinen Schwiegereltern nach Magdeburg.
Diese Karte wird allgemein als erste Ansichtskarte angesehen.

Als am 19. Juli 1870 der Deutsch-französische Krieg ausbrach, bewährte sich das gerade geschaffene Medium; als Feldpostkarte wurde sie kostenlos zwischen Front und Heimat befördert.

In den ersten 2 Monaten nach Einführung wurden schon 2 Millionen Karten verkauft!
  

1872
 

Privat hergestellte Karten wurden für den Postverkehr zugelassen.
 

1885

 

 

Private Verleger im Deutschen Reich durften nunmehr offiziell private Bildpostkarten herstellen. Die Ansichtskarte wurde somit zum industriell gefertigtem Massenartikel und Deutschland hatte sehr schnell die Vormachtstellung in Design, Technik und Verbreitung der Ansichtskarte erworben.
 

1897 - 1918





















 

Das Goldene Zeitalter der Ansichtskarte.

Allein im Jahre 1899 wurden in Deutschland 88 Millionen Ansichtskarten produziert. Das Wachstum dieser Industrie steht in Zusammenhang mit der sich gleichzeitig ausbreitenden Sammelleidenschaft. In den 1890er Jahren wurden die ersten Sammlervereine gegründet und die ersten Sammlerzeitschriften herausgegeben. Und es gab reichsweit rund 60 Fabriken, die Sammelsteckalben für Bildpostkarten herstellten. 1900 hatte eine Fabrik in Frankfurt a. M. 1200 Angestellte, an jedem Tag wurden bis zu hundert neue Motive produziert. Im Spitzenjahr 1903/1904 liefen in Deutschland 1,16 Milliarden (!) Ansichtskarten.

Bis 1905 durfte auf der Vorderseite nur die Anschrift stehen, so daß eigentlich kein Platz für Mitteilungen war. Es konnte also nur auf die Bildseite geschrieben werden. Bei vielen Karten aus dieser Zeit wurde deshalb von den Druckern auf der Bildseite ein schmaler Streifen oder eine Ecke Platz für die “Tausend Grüße und Küsse“ frei gelassen. Wer damit nicht auskam, schrieb einfach über die Bildseite. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten “Gruss aus ...”-karten, die heute - wie damals - in Sammlerkreisen sehr beliebt sind.

Erst 1905 wird die geteilte Rückseite, für Mitteilungen an den Empfänger, von der Postverwaltung zugelassen. Dies ist heute ein wichtiges Merkmal die Herstellungszeit einer Ansichtskarte grob zu bestimmen.
  

1919 - 1939





 

Wegen der schlechten Druckqualitäten, den wirtschaftlichen Problemen in der Zeit nach dem 1 Weltkrieg und nicht zuletzt mit dem Aufkommen anderer Kommunikationsformen (Telefon) geriet das Sammeln nach und nach in Vergessenheit.
In einigen Ländern wurde zudem das Porto verdoppelt, so daß das Interesse an diesem Sammelgebiet verständlicherweise rasch nachließ.
 

1940 - 1960
 

Langsames Wiedererwecken der Sammlertätigkeiten.
 

heute















 

- Es gibt Flohmärkte, regelrechte Ansichtskartenbörsen und Großtauschtage z.B.
  in Frankfurt a.M., Stuttgart, Speyer sowie Karlsruhe und 2 mal im Jahr auch in
  Bruchsal um nur einige hier zu nennen.

- Es gibt auch Antiquitätenhändler wie z.B. Bartko & Reher, die über das Internet
  Ansichtskarten Verkaufen.

- Es gibt Auktionshäuser (z.B. Meixner oder Dienger) mit aufwendig hergestellten
  Katalogen, die einem in gewisser Weise auch Hilfestellung bei der Bewertung
  geben können.

- Es gibt Sammlerzeitungen (AK-Express) in denen Fachartikel sowie viele An-
  und Verkaufsanzeigen stehen.

- Und das neuste sind die Tauschbörsen im Internet wie z.B. ebay, hood, usw. wo        AK`s Weltweit ver.- oder ersteigert werden können.